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17. Nov 2004

Neue Steuerforderung macht Yukos-Zerschlagung wahrscheinlicher

- Behörden fordern 6,7 Milliarden Dollar für 2002

Die Zerschlagung des größten russischen Ölkonzerns Yukos durch einen Verkauf der wichtigsten Produktionstochter Yuganskneftegaz ist wegen neuer kurzfristiger Steuerforderungen wahrscheinlicher geworden.

Die Zerschlagung des größten russischen Ölkonzerns Yukos durch einen Verkauf der wichtigsten Produktionstochter Yuganskneftegaz ist wegen neuer kurzfristiger Steuerforderungen wahrscheinlicher geworden. Die russischen Behörden hätten dem angeschlagenen Unternehmen eine Frist bis Mittwochabend gesetzt, um Steuern für das Jahr 2002 in Höhe von 6,7 Milliarden Dollar (5,2 Milliarden Euro) zu zahlen, meldete die russische Nachrichtenagentur ITAR-TASS am Mittwoch unter Berufung auf einen Yukos-Sprecher. "Das ist ein weiterer Grund zum Verkauf von Yuganskneftegaz", räumte ein ranghoher Yukos-Mitarbeiter ein. Bisher hatte der Konzern versucht, den Verkauf zu verhindern.Bereits im Oktober hatte das Moskauer Justizministerium mitgeteilt, Teile der wichtigsten Produktionstochter des Konzerns würden verkauft, weil Yukos seine Steuerschulden nicht ausgleichen könne. Der Ölkonzern bemühte sich daraufhin, seine Steurschulden für 2000 und 2001 zu begleichen. Yukos-Finanzchef Bruce Misamore sagte am Dienstag, der Konzern habe bereits 3,9 Milliarden Dollar gezahlt. Für alle drei Jahre zusammen muss der Konzern jedoch 18,4 Milliarden Dollar zahlen. Die russischen Behörden haben zudem angedeutet, zusätzlich die ausstehenden Steuern für 2003 einzufordern.Analysten zufolge könnte Yuganskneftegaz, das mit einem Anteil von 62 Prozent an der gesamten Ölproduktion der Kern von Yukos ist, zu einem Bruchteil seines Wertes an ein staatsnahes Konkurrenzunternehmen gehen. Als aussichtsreicher Kandidat gilt der Gasriese Gazprom. Der Yukos-Konzern wird in Russland auch als Opfer eines Machtkampfes zwischen der Regierung und Konzerngründer Michail Chodorkowski gesehen. Der Staat machte die Steuerforderungen erst geltend, nachdem Chodorkowski versucht hatte, politischen Einfluss zu erlangen und sich offen gegen Präsident Wladimir Putin stellte. Er sitzt mittlerweile in Haft.

© 2004 AFP

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